von Theresa Damps und Sophia Hauber
In der 5. Klasse musst du dich Anfang des 2. Halbjahres für eine 2. Fremdsprache entscheiden. Dies fällt oft nicht so einfach. In diesem Artikel erfährst du mehr über die beiden Sprachen und am Ende fällt dir die Entscheidung hoffentlich etwas leichter.
Grundsätzlich gilt …
… lass dich nicht von anderen beeinflussen: Auch wenn dein bester Freund oder ein Großteil der Klasse eine andere Sprache als du selbst nimmt, solltest du dich hier auf dich konzentrieren. Es macht keinen großen Unterschied, da die Klassen nicht aufgeteilt werden und du am Ende nur für ein paar wenige Unterrichtsstunden von deinen Freunden getrennt bist.
… orientiere dich an Fächern, die du schon hast: Bist du gut in Englisch (> Französisch) oder liegt deine Stärke eher in Mathe (> Latein)? Magst du Geschichte und interessiert dich Mythologie (> Latein)? Diese Fragen können dir bei der Wahl der 2. Fremdsprache helfen. Du möchtest wissen, wie? Lies weiter!
… kennenlernen: Normalerweise werden deiner Klasse von einem Lehrer die beiden Fremdsprachen vorgestellt. Wichtig: Lege dich nicht schon vorher fest, ohne überhaupt etwas über die Sprachen zu wissen, sonst bist du voreingenommen. Freunde dich erst mit den Sprachen an und du wirst merken, was besser zu dir passt.
… vertraue auf dein Bauchgefühl: Oft liegt dein Gefühl richtig. Mach‘ dir keinen Stress und nimm dir Zeit. Du wirst die richtige Entscheidung treffen, lass dich nicht verunsichern.
Eine typische Lateinstunde
„Salvete, discipuli et discipulae!“
So beginnt bei uns eine ganz normale Lateinstunde. Meist folgt eine Ausfrage von 1-2 Schülern über die aktuellen Vokabeln, Grammatik und den zuletzt übersetzten Text – das kommt aber auf den Lehrer an. Anschließend kommt neuer Stoff: Neue Grammatik, gemeinsam einen neuen Text übersetzen. Oder erzählt uns unser Lehrer etwas über Romulus und Remus?
Hausaufgaben gibt es in Latein leider regelmäßig, vor allem besteht diese aber aus Grammatik und Vokabeln lernen.
Eine typische Französischstunde
“Bonjour la classe, levez-vous s´il vous plaît.”
Das sagen die meisten Französisch-Lehrer am Anfang einer normalen Stunde. Danach kommt oft eine Abfrage zu neuen Vokabeln oder Grammatik. Anschließend werden die Hausaufgaben kontrolliert. Natürlich muss man in Französisch auch viel üben: Aussprache aber auch die Vergangenheitsformen. Außerdem liest man oft Texte und bekommmt darauf Lesenoten. Diese direkte Benotung auf das Lesen ist allerdings meist nur in der 6. Klasse der Fall, da somit die Aussprache aktiv trainiert werden soll. In den darauffolgenden Jahren festigt sich dieses wichtige Grundverständnis der Wortlaute. Am Ende einer Stunde gibt es dann ggf. die Hausaufgaben. „Au revoir, la classe.“
Wie sieht eine Latein-Schulaufgabe aus?
Eine Latein-Schulaufgabe besteht aus 2 Teilen: In der Übersetzung bekommt ihr einen Text um die 80 Wörter, den ihr ins Deutsche übersetzen müsst. Im Aufgabenteil sind Fragen über Geschichte, z.B. über Alexander den Großen, den trojanischen Krieg oder die römischen Götter und Grammatikaufgaben, bei denen man z.B. die Zeitform bestimmen oder in einen bestimmten Kasus setzen muss.
Grundsätzlich ist eine Schulaufgabe viel Lernarbeit (Vokabeln, Grammatik und Hintergrundwissen), wenn man aber schon das ganze Jahr über gut mitlernt, ist es mit relativ wenig Lernen machbar.
Wie sieht eine Französisch-Schulaufgabe aus?
Eine Französisch-Schulaufgabe besteht aus 3 Teilen: Zu Beginn gibt es ein Lese- oder Hörverstehen mit Aufgaben dazu. Danach folgt ein Grammatikteil mit z.B. Aufgaben zu gelernten Zeiten und einem Lückentext. Das Ende bildet die sogenannte production du texte (Textproduktion). In den unteren Jahrgangsstufen handelt es sich dabei oft um einen Brief, in dem man über ein Thema erzählen muss. Natürlich ändert sich mit den Jahren auch die Schwierigkeit der einzelnen Teile. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Aufbau der Schulaufgaben stark dem der in Englisch ähnelt.
Schüleraustausch in Latein?
Früher gab es eine Fahrt nach Rom, einen direkten Schüleraustausch gibt es aber nicht, da Latein nicht mehr gesprochen wird. Latein als eine tote Sprache? Nicht ganz. Denn es lohnt sich trotzdem Latein zu lernen. Durch Latein hast du einen Vorteil beim Lernen von anderen Sprachen, da besonders Spanisch und Italienisch viele Ähnlichkeiten mit Latein haben. Und das Beste: Beide Sprachen können bei uns am Apian erlernt werden und hier gibt es auch einen Schüleraustausch.
Schüleraustausch in Französisch?
Ja, tatsächlich kann man in Französisch auch einen Austausch nach Frankreich machen. Das ist auf jeden Fall eine gute Art, um nochmal ein bisschen besser die Sprache sprechen zu können. Diese Chance hatten in diesem Jahr die 10. Klassen, für die es nach Straßburg ging. Was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dort genau erlebt haben, könnt ihr hier nachlesen: Zu Besuch à la capitale de Noël
Ist Latein ein logisches Fach?
Tatsächlich heißt es oft: In Latein ist alles logisch und du kannst dir viel erschließen. Ich persönlich habe aber die Erfahrung gemacht, dass das zwar teilweise stimmt, Latein aber hauptsächlich ein „Lernfach“ ist. Zum einen sind die Vokabeln zu lernen, da man diese beim Übersetzen immer wieder braucht. Zum anderen besteht Latein zum Großteil aus Grammatik und man muss oft knapp 10 verschiedene Endungen zu einer Gruppe von Wörtern lernen. Auch wenn dies jetzt erstmal viel erscheint, kann man das durch regelmäßiges Lernen schaffen.
Auch im Deutschen findest du lateinische Wörter und im Englischen kannst du manchmal eine Ähnlichkeit zu Latein finden, z.b. fenestra – Fenster; audire – hören (Audio-Datei); videre – sehen (Video); exire – hinausgehen (Exit); amare – lieben; filia- die Tochter (Filiale); aqua – wasser (Aquarium)
Einige kleine Beispiele:
Rufus et puellae rident.
„Rufus“ ist ein Name, das bleibt im Deutschen gleich. „et“ heißt und,„puellae“ ist lateinisch für Mädchen und „rident“ (kommt von „ridere“ = lachen): Rufus und die Mädchen lachen.
Avus puellas monet.
Avus = der Großvater; puellas = die Mädchen; monet = er/sie/es ermahnt: Der Großvater ermahnt die Mädchen.
Cornelia et Rufus ad Forum veniunt.
Cornelia et Rufus = Cornelia und Rufus; ad = zum/auf; Forum = Marktplatz; veniunt = sie kommen: Cornelia und Rufus kommen auf den Marktplatz.
Ist Französisch schwer?
Also erstmal kommt es darauf an, ob man gut in Sprachen ist. Zudem ist es auch so, dass man natürlich viel mehr für die Aussprache lernen muss als in Latein, außerdem sind die Schreibweisen oft ungewohnt. Man muss zwar lernen, aber es ist nicht so schwer, wie manche denken. Und was natürlich auch ein wichtiger Faktor ist: Mit Französisch lernst du eine Sprache, die du an vielen Orten auf der Welt mit den unterschiedlichsten Menschen sprechen kannst- nicht nur in Frankreich. Wenn du dich in der Schule dafür entscheidest, wird dir eine Kompetenz beigebracht, die dich noch viel länger begleiten kann.
Das sind ein paar französische Wörter, die man in der 6. Klasse lernt: un cahier – ein Heft; une gomme – ein Radiergummi; un stylo – ein Kulli; un livre – ein Buch; un chien – ein Hund
Nach diesen Begriffen nun ein kleiner Französisch-Crashkurs, mit Sätzen, die du bereits zu Beginn lernst:
On y va! – Los geht’s !
Oui et non – Ja und nein
J’habite à … – Ich wohne in …
Je heißt ich
Wohnen bedeuten habiter
à heißt so viel wie in
Wir hoffen, dass wirdir bei der Entscheidung ein wenig helfen konnten. Wir wünschen dir viel Erfolg und Freude bei deinem neuen Fach.







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