Gemeinsam stark – Unsere unglaubliche Klassenfahrt
Sonntag,15.März
Hallo das ist mein Tagebuch und hier erzähle ich euch viel über meinen Alltag (falls ich es nicht vergesse) und außerdem ist mein Tagebuch streng geheim, also das was ich hier schreibe bleibt unter uns!
„Ja, Mama ich habe meine Zahnbürste eingepackt, ja auch die Zahnpasta!“, antwortete ich meiner Mutter, die aufgeregter war als ich, obwohl ICH auf Klassenfahrt fahre. Oh sorry, wie unhöflich von mir, ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt. Ich heiße Aurelia und bin 12 Jahre alt. Und meine allerbesten Freundinnen heißen Seraphina und Elana. Noch eine Sache, meine Eltern sagen, ich bin gar nicht rebellisch. Aber sie wissen nicht alles, was ich schon gemacht habe:
- In eine Lampe Kleber geschmiert weil der Lampenkopf nicht gehalten hat (krass, oder?)
- Geträumt, dass ich eine Bank ausgeraubt habe (War ein schlimmer Albtraum!)
- Meinen Teddybären in die Mülltonne geworfen, weil er gestunken hat. (Ich denke, darüber hat sich meine Mutter sogar gefreut.)
Hier ist noch ein kleiner Steckbrief über mich:
Name: Aurelia
Alter: 12 Jahre
Beste Freundinnen: Seraphina und Elana
Geschwister: Keine (ich bin ein Einzelkind, aber ich möchte so gerne auch wie meine Freunde Geschwister haben)
Haustiere: Cleo, mein zuckersüßes kleines Kätzchen
Lieblingsfarbe: Alle aber am liebsten Blau und Grün
Geburtstag: 08.04. (ist bald yuhuuu)
Hobbys: Lesen und zeichnen
Klasse: 6. Klasse
Okay jetzt ist über mich genug geredet worden, jetzt geht es auch weiter. Falls ihr euch gefragt habt, was das für ein Chaos eben war: ich fahre nämlich morgen auf Klassenfahrt. Ich freue mich schon mega für eine Woche mit meinen allerbesten Freundinnen Seraphina und Elana auf Klassenfahrt (und hoffentlich auch in ein gemeinsames Zimmer) zu sein.
Vor einer Klassenfahrt ist bei uns in der Familie immer sehr viel los. Meine Mutter denkt die ganze Zeit, dass ich was vergessen habe und mein Vater macht nichts. Deswegen kommt es oft zu Streit, doch das ist bei uns normal und am Ende können wir uns gegenseitig einfach nicht böse sein.
Ich kann euch mal zeigen was wir alles eingepackt haben.
- Seile zum Seilspringen
- Malblock und Stifte (für die lange Fahrt)
- ein Buch (auch für die Fahrt)
- Klamotten, Schlafanzug, Schuhe, Badesachen usw. (natürlich, was soll ich denn ohne machen).
- meine Familie (war nur ein Witz)
- eine Taschenlampe
- Zahnbürste, Sonnencreme, Shampoo usw. (also ein Kulturbeutel mit so Sachen halt)
- paar Spiele
Und noch vieles mehr …
Jedenfalls haben meine Mutter und ich endlich fertig gepackt und ich bin sofort ins Bett gefallen, weil es schon spät war.
Montag,16.März
Heute ist es endlich so weit. Ich fahre auf Klassenfahrt. Ich bin super aufgeregt. Ich ziehe mich blitzschnell an und putze mir meine Zähne, danach renne ich die Treppe runter und komme keuchend am Frühstückstisch an. Cleo sprang erschrocken auf und mein Vater sagte: ,,Nicht so stürmisch, du hast alle Zeit der Welt!“ „Aber ich möchte früh da sein, um einen coolen Platz im Bus zu kriegen“, widersprach ich. „Kein Problem, ich fahre dich!“, antwortete mein Vater. Ich hab wirklich den besten Vater der Welt.
Nach dem Frühstück verabschiedete ich mich von Cleo und gab Mama noch einen Abschiedskuss. „Hab viel Spaß und pass auf dich auf!“, rief mir Mama noch hinterher, bevor ich die Autotür schloss.
Als wir vor der Schule ankamen, sah ich schon vom Autofenster aus meine Lehrerin Frau Rosenblatt, die neben einem blauen Reisebus stand und direkt neben ihr sah ich sie, meine besten Freundinnen. Ich rannte zu ihnen und mein Vater hatte es schwer mitzukommen, weil er meinen schweren Koffer trug (ich brauche halt viele Sachen, es ist eine ganze Woche!).
Meine Lehrerin sagte, dass wir schon einsteigen dürfen. Wir ergatterten einen der besten Plätze, mit der Zeit kam auch der Rest der Klasse. Die Lehrerin zählte durch und schon fuhren wir los. Mein Vater winkte mir noch hinterher, bis er uns nicht mehr sehen konnte. Wir freuten uns alle, denn jetzt hatten wir nur noch die Busfahrt vor uns und dann sind wir endlich da. Meine beiden Freundinnen schliefen innerhalb von 15 Minuten ein und ich fragte mich, wie man so schnell einschlafen konnte, denn bei mir dauert das immer eine Ewigkeit. Während die beiden schliefen, las ich ein Buch, welches auch von einer Klasse handelte, die auf Klassenfahrt fuhr. Als ich keine Lust mehr zu lesen hatte, schnappte ich mir meine Tüte Gummibärchen, meinen Malblock und einen Stift aus meiner Tasche. Doch dann schlief ich plötzlich auch ein und wachte erst auf, als der Bus anhielt. Ich weckte schnell Seraphina und Elana, die sofort hellwach wurden und schrien: ,, Jaaa, endlich da!“
Wir schnappten uns unsere Sachen und stiegen aus, doch dann blieben wir abrupt stehen und staunten: das Schullandheim sah wunderschön aus und wir freuten uns jetzt schon auf die Woche.
Frau Rosenblatt rief alle zusammen: ,,Wir teilen jetzt die Zimmer auf!“ Wir drückten die Daumen, dass wir zusammen in ein Zimmer kamen. Und tatsächlich, wir kamen zusammen auf ein Zimmer und wir hatten es sogar für uns ganz alleine. Wir staunten, es sah sogar schöner aus als wir es uns vorgestellt haben. Wir packten unsere Sachen aus und bezogen unsere Betten. Unsere Lehrerin sagte, dass wir bis zum Abendessen machen durften, was wir wollen. Das war das Stichwort für mich und meine Freundinnen. Wir zogen uns Sportkleidung an, schnappten uns unsere Springseile und rasten nach draußen. Nach ein paar Stunden kam Frau Rosenblatt raus, um uns zu sagen, dass es in 20 Minuten Essen gibt.
Wir gingen zurück in unser Zimmer und zogen uns nochmal um. Danach gingen wir runter in den Essbereich. Wir ließen uns das Essen schmecken, denn es gab Nudeln mit Tomatensoße (wir waren nach dem Seilspringen echt hungrig). Nach dem leckeren Essen gingen wir zurück auf unsere Zimmer. Da es schon spät war, gingen wir schlafen, aber natürlich nicht ohne noch ein bisschen zu reden. Wir freuten uns schon riesig auf den nächsten Tag.
Dienstag,17.März
Heute ist der erste richtige Tag. Wir wurden erst mal von einer richtig lauten Musik um 07:00 Uhr geweckt (so früh stehe ich nicht mal morgens für die Schule auf). Wir waren am Anfang alle schlecht gelaunt, weil wir noch so müde waren. Aber nach dem Frühstück waren wir ganz schnell wieder munter. Uns wurde gesagt, wir sollten nach draußen auf die Wiese gehen um ein Kennenlernspiel zu spielen. Es hat schon Spaß gemacht und danach haben wir eine GPS-Aktion gemacht. Das hat super Spaß gemacht. Danach durften wir uns frei beschäftigen. Meine Freundinnen und ich haben uns ins Zimmer verkrochen und haben zusammen Freundschaftsarmbänder gemacht.
Donnerstag, 19.März
Inzwischen sind wir schon vier Tage hier und es ist gerade 21 Uhr, doch ich kann nicht schlafen. Also erzähle ich euch von den vorherigen Tagen. Ich hatte leider keine Zeit zum Schreiben, weil ich voll vergessen habe, dass ich mein Tagebuch dabei habe. Ich dachte, dass ich es vergessen habe, aber heute habe ich nochmal gründlich gesucht und dann habe ich es endlich gefunden. In den letzten Tagen gab es sowieso nichts zu schreiben, denn es ist nichts wirklich spannendes passiert. Wir hatten sehr viel Freizeit.
Noch in der gleichen Nacht am Donnerstag, 19. März
Warte …. „Hört ihr das auch?“, fragte ich meine Freundinnen. Ja sie hörten es, es kam aus dem Aufenthaltsraum. Ich sagte: „Kommt, lasst uns schauen was da ist!“ Doch sie wollten nicht. Ich überredete sie so lange, bis sie schließlich doch einwilligten. Wir gingen langsam nach unten und blieben vor dem Aufenthaltsraum vor Schreck stehen. Wir konnten unseren Augen kaum trauen. Dort war ein riesiges Portal, welches in Lila und Blau glitzerte. Wir standen da wirklich fast drei Minuten lang und konnten uns vor Staunen kaum bewegen. Doch dann fand ich meine Worte wieder: „Kommt Leute, ich möchte wissen was sich dahinter verbirgt. Seid ihr dabei?“ Sie waren nicht einverstanden, weil sie es zu gefährlich fanden. Doch nachdem ich sie sehr lange überzeugt hatte, willigten sie schließlich doch ein. Wir gingen langsam in Richtung des Portals. Ich ganz vorne (klar, ich bin ja auch die coolste und mutigste). Wir spürten einen kräftigen Sog, der uns irgendwie in das Portal reinzog.
Es ging so schne… Ich konnte gar nicht mehr weiter reden, weil ich so erstaunt war. Es sah aus wie in einem Traum. Überall waren Glühwürmchen und wunderschöne Sterne. Es gab auch einen riesigen Baum und eine wunderschöne Blumenwiese. Doch da gab es ein Problem. Nach kurzer Zeit, nachdem wir alles bestaunt hatten, wollten wir zurück durch das Portal in die echte Welt gehen, aber es funktionierte nicht mehr. Wir versuchten es immer wieder, doch es klappte nicht. Meine Freundinnen waren plötzlich sauer auf mich, denn sie sagten, wegen mir sind wir hier gelandet (woher soll ich denn wissen, dass wir hier nicht mehr raus kommen).
Doch da bemerkte ich etwas, was ich davor total ausgeblendet hatte. Es war ein kleines Tütchen, welches an einem Ast des Baumes hing. Ich wies meine Freundinnen darauf hin und wir versuchten ran zu kommen, aber es war zu weit oben. Doch da hatte Seraphina eine tollte Idee: eine Räuberleiter. Als wir die Räuberleiter machten, war Seraphina ganz oben und ich (zum Glück) in der Mitte, aber Elana tat mir leid, denn sie war ganz unten und musste uns beide tragen (aber sie ist auch die stärkste von uns). Seraphina streckte und reckte sich, um an das Tütchen zu kommen und nach einer Weile hatte sie endlich die Tüte (arme Elana).
Wir stiegen nach und nach aus der Räuberleiter und als wir alle drei wieder festen Boden unter unseren Füßen hatten, durfte ich die Tüte öffnen (was für eine Ehre). Wir waren alle so aufgeregt und als ich in die Tüte reinschaute, sah ich einen ordentlich gefalteten Zettel. Ich öffnete ihn und las laut vor: „Bravo, ihr habt die erste Aufgabe bestanden. Um wieder in eure Unterkunft zu kommen, müsst ihr noch zwei Aufgaben bestehen. Rechts neben dem Baum müsst ihr als Team ein Loch graben und dort werdet ihr eine goldene Box finden, welche ihr durch eine weitere Aufgabe aufbekommt. Aber wie, das erfahrt ihr später! Viel Spaß euch, denkt dran, nur gemeinsam seid ihr stark!“
Als ich zu Ende vorgelesen hatte, sagte Seraphina etwas, was mich sehr erleichterte: „Es tut mir leid Aurelia, es war nicht fair, so gemein zu dir zu sein. Du wusstest ja auch nicht, dass das passieren würde! Verzeihst du mir?“ „Das ist echt nett von dir, aber es war ja auch ein bisschen meine Schuld, weil ich euch da mit reingezogen haben. Ach ja und übrigens Seraphina, ich habe dir schon längst verziehen. Ich finde es echt mutig, dass du das einfach so zugibst!“ Und dann umarmten wir uns alle zu dritt und wir war wieder allerbeste Freundinnen (waren wir davor auch noch, aber ihr versteht doch was ich meine, oder?).
Doch dann legten wir los, wir wollten ja so schnell wie möglich wieder zurück. Wir setzten uns neben dem Baum aufs Gras und fingen an zu graben. Nach einer Weile sahen wir schon etwas schimmerndes und gruben dann noch eifrig weiter, bis wir die Box endlich ausgegraben hatten. Zusammen öffneten wir sie. Sie war nur mit einem rostigen Schloss verschlossen, welches wir blitzschnell offen hatten. Da war schon wieder ein Zettel und diesmal stand geschrieben: „Toll gemacht. Nun fehlt nur noch die letzte Aufgabe. Ihr müsst an einer der Blumen einen Knopf finden und wenn ihr ihn drückt, erscheint wieder das Portal. Viel Erfolg! Und denkt wieder dran: Zusammen seid ihr stark!“ Wir machten uns gleich wieder an die Arbeit. Wir betrachteten jede Blume ganz genau bis Elana plötzlich rief: „Leute, kommt schnell, ich habe den Knopf gefunden!“ Wir rannten schnell zu ihr hin und tatsächlich, dort war ein schwarzer Knopf unter einem Blütenblatt. Elana drückte ihn und da war tatsächlich wieder dieses Portal. Wir spürten diesen Windzug und schlüpften durch das Portal. Endlich waren wieder im Aufenthaltsraum, genau an der gleichen Stelle wo wir ihn auch verlassen hatten. Wir schlichen leise zurück in unser Zimmer, weil mit einem Blick auf meine Uhr bemerkte ich, dass es schon 00:48 Uhr war. Wir schlüpften unter unsere Decken und flüsterten noch ein wenig und Seraphina sagte:“ das wird uns doch nie jemand glauben oder?“ Ich und Elana antworteten ihr dann im Chor: „Es muss es ja niemand außer uns erfahren!“ und dann kicherten wir noch stundenlang zusammen!
Und die restlichen Tage war es auch richtig cool gewesen, aber diese Nacht werden wir auf jeden Fall nie vergessen!
Und denkt auch ihr daran: „Zusammen seid ihr stark!“
