Donald Trump und das grüne Land

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Kaum ein Thema erscheint gerade so oft in den Nachrichten, wie das große Interesse des amerikanischen Präsidenten an Grönland. Aber was will Trump von einem Land, das mehrere tausend Kilometer von den USA entfernt liegt – und gehört das nicht eigentlich zu Dänemark? Antworten dazu und eine Übersicht über die aktuelle Lage erfahrt ihr jetzt.

Um erstmal eine allgemeine Vorstellung von besagtem Land zu erhalten, hier ein paar Fakten: Grönland ist mit einer Größe von etwa 2,17 Millionen Quadratkilometern c.a. sechs mal so groß wie Deutschland. Auch die Einwohnerzahl ist ncht mit uns zu vergleichen. Allerdings im umgekehretn Sinne. Die Insel hat nur etwa 56.500 Einwohner. Woran liegt das?

Dazu muss man sich ein etwas genaueres Bild davon verschaffen, wie es in Grönland überhaupt aussieht. Grönland (der Name hat altnordischen Hintergrund und bedeutet grünes Land) ist nämlich gar nicht so grün. Im Gegenteil – rund 80% sind von Eis bedeckt, was das Leben natürlich sehr erschwert. Die Einwohner leben daher an den Küsten. Grönland liegt sehr weit nördlich auf dem nordamerikanischen Kontinent und ist von Island und Kanada umgehen. Trotzdem gehört es offiziell zu Dänemark und ist kein eigener Staat.

Der Grund dafür ist geschichtlicher Natur. Grönland war lange Zeit unbewohnt, bis Inuits es bevölkerten. Inuit ist ein Oberbegriff für indigene arktische Völker, z.B. aus Kanada oder Russland. Im 18. Jahrhundert wurde das damalige Königreich Dänemark-Norwegen auf das weite Land aufmerksam und entsandte 1721 den evangelischen Pfarrer Hans Egede, der das Gebiet missionieren (= den christlichen Glauben verbreiten) wollte. Die Herrscher versprachen sich von der Besetzung wirtschaftliche Vorteile. Viele Jahrhunderte und Konflikte später wird aus der Kolonie ein politisch selbstverwalteter Teil und strebt an, ein eigener Staat zu werden. Es besitzen etwa 95% der Bevölkerung den dänischen Pass, Grönland ist Mitglied der NATO und es gilt die dänische Verfassung.

Jetzt stellt sich aber immer noch die Frage, was denn Donald Trump eigentlich dort zu suchen hat. Die Grönländer würden diese Frage sehr klar beantworten: Nichts. Die USA sehen das anders. Der Wunsch, Grönland zu einem Teil der USA zu machen und es Dänemark abzukaufen, besteht schon länger. Doch keiner äußerte diesen Wunsch so nachdrücklich wie der amtierende Präsident. Er versprach Grönland bereits vor geraumer Zeit, durch eine Angliederung wirtschaftlichen Erfolg und Sicherheit zu erlangen. Sicherheit, die laut ihm nur Amerika geben könne.

Die Motive der amerikanischen Regierung sind gar nicht so weit davon entfernt: Militärische Strategie, Bodenschätze, Schifffahrt. Lasst uns einen näheren Blick darauf werfen.

Bodenschätze: Das Land hat viele wertvolle Ressourcen wie Öl, Gas und seltene Erden. Diese sind momentan noch von einer dicken Eisschicht bedeckt, doch der Klimawandel lässt diese Schicht immer weiter schmilzen.

Schifffahrt: In etwa 10 bis 20 Jahren kann der Bereich um Grönland eine wichtige Transportroute für die Schifffahrt werden.

Strategie: Zunächst einmal würde eine Angliederung die Fläche der USA um etwa 20% erweitern. Eine beachtliche Summe. Aufgrund seiner geographischen Nähe zu Russland könnten die Amerikaner bei einem möglichen Raketenangriff schneller reagieren. Das Gebiet der Arktis ist stark von Russland besiedelt und auch China gilt als mögliche Gefahr. Übrigens haben auch NATO-Staaten Miltärstützpunkte in der Arktis.

So, der Überblick ist geschafft, klar ist: Trump will Grönland. Klar ist außerdem: Grönland will das nicht. Und auch Dänemark ist dagegen. Nun gut, hat sich also erledigt, oder nicht?  Nein, der amerikanische Präsident lässt nicht locker. Als Reaktion auf die europäische Ablehnung möchte er nun die Zölle ab dem 01.02.2026 um 10% und ab dem 01.06.2026 um 25% erhöhen. Nicht nur Dänemark, sondern auch Deutschland, Frankreich, Finnland, Norwegen, Großbrittanien und die Niederlande sind betroffen. So eine Zollerhöhung bedeutet konkret, dass die betroffenen Länder, die übrigens alle Soldaten zu einer grönländischen Expedition entsandten, mehr für Waren aus den USA zahlen müssen.

Die Empörung ist groß. Solche Konflikte belasten die internationalen Beziehungen innerhalb der NATO massiv. Forderungen nach Gegenzöllen werden laut. Denn Europa muss handeln und seinen Zusammenhalt deutlich machen.

Wie findet man nun also eine Lösung? Ein Ausblick bietet bereits diese Woche. Am Montag startet das Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz. Am Mittwoch wird dort auch US-Präsident Trump eintreffen. Verhandlungen, für die sich Italien als Vermittler angeboten hatte,  sind also zu erwarten und wichtig für die transatlantischen Beziehungen.

Nicht nur Grönländer hoffen also auf einen positiven und vor allem friedlichen Ausgang des Forums. Doch momentan ist vieles hauptsächlich nur von den Aussagen eines Mannes abhängig: Donald Trump. Und diese sind bekanntlich unberechenbar.

3 Antworten

  1. Anonym
  2. F
  3. Anonym

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