Ein Kloster umgeben von Wald, Wiesen und drei Tage kein Internet – klingt ziemlich öde. Doch genau das ist eigentlich auch der Sinn der sogenannten Orientierungstage, die für die Klassen 10c und 10d vom 25. – 27. Februar stattfanden. Langweilig wurde es aber nie. Wie passt das zusammen?
Um das zu erklären, starten wir am besten am Anfang.
Besagtes Kloster trägt den Namen Oase Steinerskirchen und liegt etwa 20 km von Ingolstadt entfernt. Nach unserer Ankunft vergangenen Mittwoch durften wir zunächst einmal unsere Zimmer beziehen und trafen uns dann mit unserer Klasse in einem der Tagungsräume. Jede Klasse erhielt eine pädagogische Betreuung, die in unserem Fall von zwei Praktikanten unterstützt wurde.
Das Programm der Orientierungstage begann dann mit einem Kennenlernspiel. Aber nicht das klassische „Name, Alter, Hobby“, sondern jeder stellte eine andere Person vor. Darauf folgte ein Runde „Speed-Dating“. Das ist ziemlich genau das, was der Name impliziert. Viele kurze Gespräche über Hobbys, Reisen und noch vieles mehr. Außerdem sprachen wir über unsere Hoffnungen für diese Tage. Um 22 Uhr stand noch eine Art Meditation auf dem Programm. Doch dazu gleich mehr. Denn davor entschieden sich ein paar von uns zu einer kleinen Nachtwanderung über das Gelände.
Die Oase ist eingerahmt von einer Kirche und einem nahe gelegenen Waldstück. Auch viele Wiesen und Felder durchbrechen die Bäume. Alles in allem ziemlich idyllisch. Die Natur würden wir in den nächsten Tagen noch genauer erkunden. Zunächst ging es für uns aber in den Raum der Stille. Dort herrschte natürlich Stille und wir machten verschiedene Übungen um unsere Ruhe zu finden. Somit endete der erste Tag in Steinerskirchen.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen, bei dem das Geburtstagskind der 10d gefeiert wurde, befassten wir uns in den Seminaren viel mit uns selbst. „Was hat uns geprägt“, „wie nehmen wir uns selbst wahr“ und „was halten andere von uns“, waren Fragen, mit denen wir uns beschäftigten. Wir führten z.B. Befragungen durch und erstellten eine MindMap über uns. Nicht nur wir als Person standen auf dem Programm, sondern auch unsere Arbeit in Gruppen. Dafür führte uns am Nachmittag unser Weg nach draußen. Wir teilten uns in Gruppen mit jeweils fünf Personen auf. Jeweils vier Personen wurden anschließend die Augen verbunden, während einer die Gruppe anleitete. Das führte nicht immer sofort zum Ziel, sondern endete auch in der ein oder anderen Grube. Ob das ein Fehler in der Weiterleitung oder doch mangelnde Führungskenntnisse waren, bleibt wohl immer ein Geheimnis.
Abends war noch eine wirkliche Nachtwanderung geplant. Bevor wir uns damit beschäftigen, spulen wir noch einmal kurz zurück zum Nachmittag, denn was haben wir eigentlich zwischen unseren „Seminaren“ gemacht?
Unsere Pausen wurden hauptsächlich von einer Sache dominiert: Tischtennis. Im Keller befanden sich eine Tischtennisplatte und ein Kicker, die stark von uns genutzt wurden. Ab einem gewissen Punkt versammelten sich bei jedem „Einstieg“-Ruf, der eine neue Runde signalisierte, etwa 20 Leute um die Platte, um an dem Rundlauf teilzunehmen.
Nach dieser wohlverdienten Pause stand also unser nächtlicher Ausgang an. Wir begannen unsere 1,5-stündige Tour am Kloster, worauf der Weg uns über Felder zu den Friedensglocken führte. Die Glocken waren aus alten Waffen verschiedener Länder aus dem zweiten Weltkrieg gegossen, um ein wichtiges Zeichen gegen Gewalt und Krieg zu setzen. Weiter ging es Richtung Wald, in dem jeder, der wollte, ein Stück alleine gehen konnte, bis sich der Wald wieder lichtete. Für den letzten Teil, der uns gegen 20 Uhr zurück zur Oase führen sollte, hatten unsere Lehrer ein paar Fackeln mitgebracht, die uns den Weg zurück erleuchteten.
Doch unser letzter Abend war noch nicht vorbei, denn nach dem Spaziergang im Mondschein sprang noch mal der Ball über die Platte und alle spielten ein letztes Mal im Gemeinschaftsraum Tischtennis. Auch die Lehrer gesellten sich zu uns und Herr Bernet nahm am Turnier teil, was ein schöner Ausgang für diese ereignisreichen Tage war.
Ganz am Ende waren wir allerdings noch nicht: Am Freitag reisten wir mittags ab, aber davor kamen wir noch einmal in den Tagungsräumen zusammen und machten verschiedene Übungen. Wir bastelten Türme aus Spaghetti und Marshmellows, um noch einmal die Arbeit in der Gruppe zu stärken. Danach baute je eine Person eine Konstruktion aus Duplo-Steinen, welche sie einer zweiten Person anschließend erklären musste, die das Ergebnis nicht sah. Die Zeit bis zur Ankunft unseres Busses verbrachte unsere Klasse draußen, wo wir ein letztes Mal die Sonne und Natur genossen.
Was ist jetzt das Fazit aus drei Tagen der Orientierung?
Nun, man hat sich nicht gefühlt, als wäre man auf einer einsamen Insel gestrandet. Die drei Tage waren sehr schön, da sie unsere Klassengemeinschaft gestärkt haben und wir viel Spaß und natürlich auch Ruhe und Entspannung zusammen erleben durften. Für uns alle war also am Ende klar, dass sich unsere Ziele vom Mittwoch erfüllt hatten. Daher geht auch ein großer Dank an Herrn Bernet, Frau Lederer und Frau Behr für die Begleitung und an unsere Betreuer Tanja und Mechthild, die gemeinsam mit Jonas, Lea und Andi die Tage gestaltet haben.







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