Falls du ein Praktikum, einen Nebenjob oder vielleicht um einen Ausbildungsplatz suchst, musst du häufig eine Bewerbung schreiben. Musterbewerbungen gibt es im Internet viele. Hier haben wir einige Ratschläge zusammengestellt, die du für eine erfolgreiche Bewerbung beachten solltest.
Hoffentlich ein Augenschmaus
Egal ob klassische Bewerbung in einer Mappe oder digital, generell gilt: Mehr als zwei verschiedene Formatierungen und zwei Schriftarten sollten in deiner Bewerbung nicht auftauchen – sonst wird das Schriftbild zu unruhig, und der Leser weiß nicht mehr, wo er zuerst hinschauen soll.
Das Deckblatt als Schaufenster
Deine Bewerbung ist ein Werbeprospekt, bei dem du für dich selbst Werbung machst. Bereits auf dem Deckblatt kann mehr stehen als das übliche Duo aus Foto und Adresse. Ein bisschen Farbe tut dem kreativen Deckblatt gut – auf grelle Farbkombinationen solltest du aber verzichten. Weniger ist mehr!
Lebenslauf: Alles auf einen Blick
Tabellarisch, logisch aufgebaut, übersichtlich und lückenlos – so sollte dein Lebenslauf aussehen. Er ergänzt das Bewerbungsschreiben und zeigt alle wichtigen persönlichen und schulischen Daten auf einer Seite.
- Die Überschrift und die Zwischenüberschriften sollen sich optisch vom Rest abheben.
- Die Eltern im Lebenslauf aufzuführen, ist heute kein „Muss“ mehr.
- Egal, welche Schule du besucht hast: Gib deinen Abschluss an bzw. schreibe „Voraussichtlicher Abschluss: … “.Damit sich der Personaler ein Bild von deinen Fähigkeiten machen kann, sollte bei der Angabe bisheriger Praktika eine Beschreibung deiner Tätigkeiten nicht fehlen. Fast alle Bewerber geben an, dass sie PC-Kenntnisse haben. Die Aussage ist zu ungenau. Liste auf, mit welchen Programmen du bereits gearbeitet hast.
- Jeder Lebenslauf muss am Ende mit Ort und Datum versehen werden. Achte immer darauf, dass das Datum mit dem im Anschreiben übereinstimmt! Und ein Lebenslauf ist nur dann formal vollständig, wenn er eine Unterschrift trägt.
Anschreiben – Floskel ade!
Das Anschreiben in deiner Bewerbungsmappe ist die erste Arbeitsprobe, die das Unternehmen von dir zu sehen bekommt. Es sollte daher mit großer Sorgfalt erstellt werden. Der Leser möchte sich ein Bild von dir machen. Verabschiede dich beim Schreiben von Floskeln und stelle stattdessen deine persönlichen Stärken in den Vordergrund.
- Im Betreff sollte stehen, welche Ausbildung du anstrebst und wo du die Stellenanzeige gesehen hast (Medium und Datum nennen!).
- Sprich deinen Leser mit Namen an! Versuche herauszubekommen, wer für die Bewerbungen zuständig ist und richte deine Bewerbung direkt an diese Person.
- Vermeide Formulierungen wie „viel gelernt“. Der Personaler ist kein Hellseher – er braucht konkrete Infos darüber, was du wo gelernt hast.
- Im Anschreiben solltest du dich bei jedem Wort fragen: Was will ich damit sagen?
- Wenn du dich als „teamfähig“ und „belastbar“ präsentieren möchtest, musst du diese Eigenschaften belegen, indem du erklärst, wo und wann du deine Teamfähig-keit und Belastbarkeit schon unter Beweis gestellt hast. Ansonsten bleiben die Begriffe leere Worthülsen.
Bewerbungsfoto … Und jetzt: lächeln!
Ein nettes Lächeln allein garantiert noch keine Einladung zum Gespräch. Ein schlechtes Foto hingegen kann verhindern, dass man euch näher kennenlernen möchte. Mit anderen Worten: Am Bewerbungsfoto sollte man nicht sparen! Bilder aus dem Automaten sind günstiger als die vom Fotografen. Leider sieht man ihnen das auch an. Der Gang ins Fotostudio ist deshalb ein Muss. Abgesehen von der besseren Qualität der Aufnahmen haben professionelle Bilder den Vorteil, dass man sie gemeinsam mit dem Fotografen auswählen kann. Die Kleidung, die du zum Fototermin trägst, sollte dem Job entsprechend gewählt sein.
Zeugnisse – Schwarz auf Weiß
Der Lebenslauf gibt bereits einen Überblick über deine Schulzeit. Welche Tätigkeiten und Leistungen sich dahinter verbergen, verraten Zeugnisse und andere Leistungsnachweise. Auch bei der Online-Bewerbung dürfen sie nicht fehlen. In die Bewerbungsmappe gehören die letzten zwei Schulzeugnisse, Praktikumsbestätigungen und sonstige Leistungsnachweise. Sie werden chronologisch geordnet – von neu nach alt. Auch Bescheinigungen über einen längeren Auslandsaufenthalt oder die Teilnahme an einem Computerkurs finden hier ihren Platz, da sie Auskunft über eure außerschulische Lernbereitschaft geben. Die Nachweise belegen eure Daten aus dem Lebenslauf und sollten mit diesen unbedingt übereinstimmen!
Beachte: Nur Kopien! Bei der Bewerbung per Post werden nur Kopien verschickt, sonst besteht die Gefahr, dass Originaldokumente verloren gehen. Achte aber auf eine gute Bildqualität – das gilt auch bei der Online-Bewerbung.
Je mehr Belege man für die Lebenslaufdaten hat, desto besser. Ausnahmen bilden hier nur solche Nachweise, die mit der anvisierten Stelle und den erforderlichen Kenntnissen bzw. Fähigkeiten nichts zu tun haben. Für die Arbeit in einer Redaktion beispielsweise spielt die ehemalige Assistenz bei der Schülerzeitung eine größere Rolle als der Sommerjob in der Eisdiele..
Die Online- Bewerbung … oder: „Hilfe, wie macht man eigentlich ein PDF!?“
Immer mehr Firmen bitten in ihren Stellenanzeigen um die Bewerbung per E-Mail oder Webformular. Das ist sehr praktisch, weil es Kosten für Porto und Papier spart. Leider stapfen Bewerber bei Mails gerne mal in die Schludrigkeitsfalle.
Eins vorneweg: Es gibt überhaupt keinen Grund, sich mit der Online-Bewerbung weniger Mühe zu geben als mit der auf Papier. Auch die zeitgemäße Bewerbung hat sich an die Regeln der Höflichkeit und der Rechtschreibung zu halten. Wer bei dem Gedanken an Zeichensetzung hektische rote Flecken im Gesicht bekommt, dem sei unbedingt der Kauf eines Grammatik-Dudens empfohlen. Und: Es sollte jemand über den Text lesen, der fit in der deutschen Orthografie ist.
Sachlich und höflich
Der Trend geht aber definitiv Richtung Online-Bewerbung. Eins ist wichtig: Schicke deine Mail nie an allgemeine Adressen wie „info@unternehmen.de“ – die Gefahr ist zu groß, dass sie zu spät oder womöglich nie bei der richtigen Person landet. Wenn kein konkreter Ansprechpartner in der Anzeige steht, frage lieber telefonisch danach.
Und es besteht kein Zweifel daran, dass du mit deiner Absenderadresse „max.mustermann@provider.de“ einen besseren Eindruck hinterlässt als mit „checker16@provider.de“.
Ein lockerer Tonfall und Emoticons gehören nicht in eine Bewerbung, auch nicht in eine, die auf elektronischem Wege verschickt wird! Im Anhang bringst du Zeugnisse und Lebenslauf (inklusive Foto) unter. Es empfiehlt sich auch, das Anschreiben mit in den Anhang zu packen.
In der Mail steht in diesem Fall nur: „Sehr geehrte Frau Meier, hiermit bewerbe ich mich um die oben genannte Stelle. Meine ausführlichen Bewerbungs-Unterlagen finden Sie im Anhang. Mit freundlichen Grüßen Martina Mustermann“. Der Betreff der Mail enthält die exakte Bezeichnung der Stelle (z.B. „Ausbildung zum/r Systemelektroniker/in“) und die Quelle der Stellenanzeige (z.B. „Ihre Anzeige in der Rheinischen Post vom XX.XX.XXXX“). Firmen, die mehrere Stellenanzeigen gleichzeitig aufgegeben haben, können deine Bewerbung so auf Anhieb zuordnen.
E-Mail-Anhänge – Dos and Don‘ts:
- Die Dokumente müssen eindeutig beschriftet sein, z.B.: „Lebenslauf Martina Mustermann.pdf“. Verwende nur pdf-Dateien.
- Bitte nicht: .zip. – die verursachen beim Empfänger Arbeit.
- Deine Anhänge dürfen 4 bis 5 MB nicht überschreiten. Sonst passt die Mail ggf. nicht mehr durch den Posteingang-Filter des Empfängers.
Achtung: Vor allem das Foto und gescannte Zeugnisse tragen zur Datenmasse bei.
Tipp: Packe all deine Anhänge in ein PDF-Dokument. Damit machst du es dem Empfänger sehr leicht, weil er nur eine Datei öffnen muss. Das Schöne an PDF-Dateien ist: Die Formatierungen, die du gemacht hast, bleiben erhalten, egal, an welchem Rechner das Dokument geöffnet wird. Außerdem sind PDF-Dateien weniger virenanfällig und verkleinern meist die Dateien noch mal um ein gutes Stück.







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