Zimt in der Luft?

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von Pia Landgraf und Helena Seidl

Ein volles Apian. Nun, voll ist das Apian mit über 1400 Schülern ja eigentlich immer, aber an einem Tag im Jahr ist der Trubel ein besonderer-wenn das Apian Weihnachten feiert. Der diesjährige Weihnachtsbasar, der die Abfahrt des Polarexpresses als zentrales Motto hatte, fand am 18.12.2025 statt und war ein voller Erfolg. Doch was bedeutet eigentlich Weihnachtsbasar am Apian? Wir zeigen es euch!

Das festlich geschmückte Erdgeschoss hatte einen leicht zimtigen Geruch. Es gab reichlich zu Essen, aber auch an gebastelte Sachen mangelte es nicht. Viele Schüler, Schülerinnen, Lehrkräfte und Verwandte kamen, um das Werk der Apianer zu bestaunen. Wer zwischen Butterbrezen, Weihnachtsmusik und Kerzen umherschweifte, kam definitiv in Weihnachtsstimmung. Alle Klassen hatten etwas zu bieten, von Cookies bis zu selbst gemachten Schneekugeln.

Doch der Basar erstreckte sich nicht nur über das Erdgeschoss: Sogar das Eisenbahnkabinett hatte eine offene Ausstellung von kleinen Eisenbahnen. Alte Fotos, Zeitungsartikel und Bahnschilder konnte man ebenfalls dort ansehen.

Am Ende war nur noch sehr wenig der angebotenen Speisen und Bastelarbeiten übrig. Das zeigt sich auch im diesjährigen Spendenergebnis. Die Apianerinnen und Apianer haben eine unglaubliche Summe von 8759,36 Euro einnehmen können.

Doch was passiert mit diesem Geld? Der Erlös des diesjährigen Basars wird, wie jedes Jahr, gespendet. 2025 an zwei Organisationen:

    • Das Caritas-Zentrum St. Vinzenz, eine Einrichtung, die sich mit der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung beschäftigt – egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene.

    • Die Inuka-Stiftung, die Bildung in Tansania fördert.

Vielleicht habt ihr dieses Jahr eine weitere Aktion von Inuka mitbekommen: Der Inuka-Adventskalender, bei dem jede Klasse mit einer Spende von insgesamt 24€ Kinder und Jugendliche in Tansania auf verschiedene Arten unterstützen konnte. Jeden Tag, erfuhren wir also eine weitere Invetsition, die getätigt wurde.

Zeit also, mal einen genaueren Blick auf die Arbeit dieser Stiftung zu werfen, die so eng mit dem Apian verbunden ist – und das nicht nur wegen der genannten Projekte und der dreijährigen Basar-Zusammenarbeit. Die Inuka-Vorsitzende und Gründerin Kerstin Cruccu war selbst einmal Apianerin. Und einmal Apianer immer Apianer, nicht wahr? So durfte ich ein Interview mit ihr führen, um mehr über Inuka herauszufinden.

1. Inuka ist jetzt das dritte Jahr einer der Spendenempfänger des Weihnachtsbasars. Was macht der Verein genau?

Unser Verein gibt Kindern in Tansania durch freie und qualifizierte Bildung die Chance auf eine Zukunft, in der sie langfristig ihre Familien selbst aus der Armut führen können. 

2. Für welche Projekte werden die Spenden des diesjährigen Basars vermutlich genutzt, bzw. welche Projekte sind Ihnen und Ihrem Verein aktuell am wichtigsten?

Unser letztes Projekt, der Bau des Kindergartens ist abgeschlossen. In diesem planen wir in den „Outlands“ von Arusha, Tansania, ein Frauenzentrum zu bauen. Die Projektplanung ist abgeschlossen. Sobald wir uns für ein Grundstück entschieden haben, werden wir den Bau starten. Die Spende des APIAN Gymnasiums fließt also in den Bau des neuen Gebäudes. 

3. Sind Sie allgemein mit der Spendenhöhe zufrieden, die in den letzten Jahren gesammelt wurde?

Durch die Spenden in den letzten zwei Jahren konnten wir eine Küche in unserem Kindergarten in Tansania bauen. Dadurch erhalten unsere Kindergartenkinder jeden Tag 2 warme Mahlzeiten. Das ist oft die einzige Mahlzeit, die unsere Kinder täglich erhalten.

Außerdem konnten wir Seminartage für unsere Universitätskinder organisieren mit Themen wie „mein Körper gehört mir“, wie schreibe ich eine Bewerbung, Sexualerziehung uvm. 

Vielmehr konnten wir all unsere Schülerinnen und Studentinnen mit Hygieneartkeln ausstatten, sodass die jungen Frauen aufgrund ihrer Periode nicht mehr 3-5 Tage / Monat den Unterricht verpassen. Das ist eine so wertvolle Unterstützung, für die wir sehr dankbar sind. 

4. Sie selbst sind auch ehemalige Apianerin. Wie sind Sie nach ihrer Schulzeit auf die Idee gekommen diesen Verein zu gründen und hat Sie ihre Schulzeit auch dazu inspiriert?

Ich wurde in meinem Studium als Grundschullehrerin von anderen KommilitonInnen inspiriert, die nach ihren Aufenthalten in Afrika spannende Dinge berichtet haben. Nach einiger Zeit stand fest, ich werde einen Praktikumsplatz in einer Schule in Tansania bewerben. Mir war klar, ich möchte etwas bewegen, Dinge verändern und das Leben der Menschen bewegen, die in eine herausfordernde Welt hineingeboren wurden. 2011 gründete ich dann, nach einem 3 monatigen Praktikum in Tansania an einer Grundschule, den Verein und begann Paten für die Kinder zu suchen, die ich unterrichtete. 

5. Was sind die Ziele, die Sie mit Inuka e.V. in nächster Zeit anstreben?

Durch unsere langjährige Arbeit mit den einheimischen Familien wurde uns immer wieder die Benachteiligung der Frauen klar. Also wird unser nächstes Projekt vor allem den bedürftigen Frauen in Tansania dienen, um ihnen eine Chance zu geben. Junge Frauen, die die Schule abbrechen mussten. Sei es aufgrund finanzieller Not, einer Schwangerschaft oder einfach aus dem Grund, dass sie das Mädchen in der Familie waren.

Wir sind derzeit auf der Suche nach einem Grundstück, um ein Frauenzentrum zu bauen. Wir werden ein Ausbildungszentrum für Frauen bauen mit Angeboten, wie einer Nähausbildung, Kochkurse und werden Analphabetenkurse anbieten. Die Kinder der Frauen sollen tagsüber die Möglichkeit haben die Kindertagesstätte zu besuchen, damit die Mütter konzentriert ihrer Ausbildung nachgehen können. 

Unser Ziel ist es dafür möglichst viele neue Partner, Unternehmen, Schulen oder Einzelpersonen zu finden, die uns bei dem Bau des Zentrums und dem Projekt finanziell unterstützen. 

Hoffentlich hat euch dieser Artikel einen Überblick darüber gegeben, was mit einem Teil des Geldes passiert, für das sich alle Apianer so ins Zeug gelegt haben und was so eine wichtige Verwendung findet. In diesem Sinne geht ein großer Dank an alle Schülerinnen und Schüler, ihre Lehrer, alle Besucher, die SMV und generell alle Organisatoren, die den Weihnachtsbasar jedes Jahr neu auf die Beine stellen.

2 Kommentare

  1. Anla
  2. Edel155

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