Zwischen Schule und Politik

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von Stella Pipitone und Isabel Schwarz

Was kommt euch bei dem Wort „Politik“ in den Sinn? Vermutlich viele Erwachsene, die in Parlamenten in Berlin oder München sitzen und über Gesetze debattieren. Doch Politik ist viel näher, und viel jünger. In Ingolstadt und vielen anderen deutschen Städten bestimmen bereits Jugendliche mit: im Jugendparlament.

Am 12. Dezember 2025 wurde das Ingolstädter Jugendparlament (JuPa) neu gewählt. Mit dabei war auch ein Kandidat vom Schulzentrum Südwest: Arman Vahidi.

Wir haben Arman getroffen und mit ihm über das JuPa, Sprachen und die bevorstehende Wahl zu JuPa-Vorsitzendengesprochen.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Stell dich einfach mal kurz vor und sag, was du so in deiner Freizeit machst.

Mein Name ist Arman, ich bin 16 Jahre alt und wohne seit 4 Jahren in Deutschland. Ich bin am Anfang des Schuljahres nach Ingolstadt gezogen, da meine Mutter hier eine Arbeitsstelle gefunden hat. Davor habe ich in der Nähe von Berlin, in der Kleinstadt Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt, gelebt. In meiner Freizeit spiele ich Basketball und bin auch Trainer sowie Schiedsrichter. Außerdem interessiere ich mich für Sprachen. Ich wohne erst seit 4 Jahren in Deutschland. Momentan lerne ich Russisch und dann möchte danach mit Hindi anfangen.

Welche Sprachen sprichst du schon?

Persisch ist meine Muttersprache, denn ich komme ursprünglich aus dem Iran. Ich habe außerdem einen amerikanischen Kindergarten und eine amerikanische Schule besucht. Dadurch ist Englisch wie eine zweite Muttersprache. Deutsch kann ich auch und außerdem bin ich dabei, Russisch lernen.

Warum hast du dich für das Jugendparlament beworben und was sind deine Ziele?

Als ich im September nach Ingolstadt gezogen bin, habe ich auf Instagram eine Werbung gesehen, dass bald die neue Jugendparlament-Wahlen in Ingolstadt sind. Am Anfang dachte ich, dass ich keine Chance habe, weil ich nicht so viele Leute in Ingolstadt kenne. Aber meine Mutter hat mir geraten, dass ich mich trotzdem bewerben soll. Ich dachte mir, dass ich vielleicht dort auch neue Menschen kennenlernen kann. So lernte ich dann auch Nazar und Paul vom Apian-Gymnasium kennen und gemeinsam haben wir bei euch in den Pausen Werbung gemacht. Am 12.Dezember erfuhr ich schließlich, dass ich gewählt wurde. Jetzt ist es mein Ziel, Vorsitzender des Jugendparlaments zu werden.

Was macht man eigentlich im Jugendparlament und wie sieht so eine Sitzung aus?

Wir haben sechsmal im Jahr eine Sitzung, zu der alle 25 Mitglieder, die im Jugendparlament sind, zusammenkommen. Dort werden Anträge und Ideen besprochen, die wir aus regelmäßigen Gesprächen mit Jugendlichen in Ingolstadt sammeln. Leider können wir nicht alles umsetzen, weil das Jugendparlament nur ein Budget von 5000 Euro pro Jahr hat. Aber wir stellen auch Anträge ans Rathaus. Und wenn die Anträge akzeptiert werden, werden auch die Kosten übernommen. Das heißt, von unserem Budget müssen wir dann nichts ausgeben.

Was wäre deine Aufgabe als Vorsitzender?

Meine konkrete Aufgabe als Vorsitzende wäre, dass ich die Anträge ausarbeiten, dann an das Rathaus weitergeben und eventuelle Fragen beantworten muss. Das sind über 10 Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Woche.

Was gefällt dir am besten am Jugendparlament?

Am besten gefällt mir, dass die 24 Jugendlichen, die dort sind, sehr kooperativ sind. Wir arbeiten alle gemeinsam und viele von ihnen haben bereits politische Erfahrungen. Ich selbst habe bereits bei der SPD ein Praktikum gemacht und dort ehrenamtlich gearbeitet. Ich kann also ebenfalls meine Erfahrungen im Jugendparlament einbringen.

Gibt es auch etwas, das dich stört oder nervt?

Am nervigsten finde ich, dass der Vorsitzende keine höhere Bezahlung erhält als alle anderen. Der Vorsitzende muss immerhin alles planen und da ist es natürlich und investiert sehr viel Zeit, das kann schon anstrengend sein.

Gibt es ein Team im Vorstand oder macht das nur eine Person?

Das macht eine Person, es aber auch zwei Stellvertreter, falls der Vorsitzende zum Beispiel einmal krank ist und nicht zur Sitzung gehen kann. Aber die Hauptarbeit liegt aber beim Vorsitzenden.

Du meintest ja schon, dass es sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, Vorsitzender des Jugendparlaments zu sein. Ist das als normales Mitglied genauso oder wie ist da der Zeitaufwand?

Als normales Mitglied muss man an den Sitzungen alle zwei Monate teilnehmen. Man kann dann mitdiskutieren, letztlich zählt aber die reine Anwesenheit.

Gibt es auch außerhalb der Sitzungen irgendwelche Aktionen?

Ja, aber das ist freiwillig. Letzte Woche haben wir in der Stadt Gespräche mit Jugendlichen darüber geführt, was Probleme in Ingolstadt sind und was man verbessern kann.

Nun zu unserer letzten Frage: Hattest du eine Wahlkampfstrategie oder ein Motto?

Meine Wahlkampfstrategie war es, mit voller Energie reinzugehen. Ich bin auch immer voll begeistert und habe mit vielen Leuten geredet. Mein Ziel ist es, die Jugendlichen mit meiner Energie zu begeistern. Ich möchte behaupten, dass es sowohl mit den Wählern, als auch im Jugendparlament gut funktioniert hat.

Ja, auf jeden Fall. Danke für das Gespräch!

 

Nachtrag der Redaktion: Das Gespräch wurde am Mittwoch (28.1.2026) geführt, wenige Tage vor der Wahl zum Vorsitzenden des Jugendparlaments. Arman wurde am Freitag erfolgreich zum Vorsitzenden des 3. Ingolstädter Jugendparlaments gewählt. 

Herzlichen Glückwunsch! 

 

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