Kennt ihr noch diesen Artikel: Die Proteste im Iran
Er handelte von Menschen, die vor etwa drei Jahren auf die Straße gingen, um nach dem brutalen Tod einer jungen Frau durch die Sittenpolizei, gegen das Regime zu protestieren. Das war einer meiner ersten Artikel über ein Thema, welches ich – damals wie heute – als wichtig und bewegend empfinde.
Jetzt ist es wieder soweit. Im Iran protestieren erneut die Menschen – in Massen, landesweit. Doch der Grund ist ein anderer als damals. Was genau passiert ist und warum ihr vielleicht noch gar nicht so viel über diese Proteste gehört habt, erfahrt ihr in diesem Artikel.
Es begann am 28.12.25, also vor etwa drei Wochen: Der Iran steckt mitten in einer Wirtschaftskrise. Das Land ist gezeichnet von den Sanktionen, die ihm aufgrund ihres Atomprogrammes und dem harten Kurs gegen Israel von anderen Staaten auferlegt wurden. Diese führten zu einer Blockade des Ölexports – Irans wichtigstem Standbein. Die Inflation hat enorme Höhen angenommen und die Bevölkerung wird immer ärmer. Dann bringt ein Ereignis das Fass zum Überlaufen. Die iranische Währung, der Rial, sinkt rapide auf ein neues Rekordtief. Das ist der Auslöser dafür, dass Händler in der Hauptstadt Teheran spontan auf die Straße gehen und protestieren.
Doch es bleibt nicht bei den Geschäftsleuten. In den nächsten Tagen schließen sich immer mehr Menschen, in immer mehr Gebieten an und demonstrieren. Die iranische Revolutionsgarde (eine „Polizei“ mit militärischen Strukturen) geht hart gegen die Demonstranten vor. Nicht mehr nur gegen die Wirtschaftskrise wird protestiert, auch gegen das Regime an sich. Das Regime (= Macht ist größtenteils auf eine Person zentriert) ist sehr umstritten. Die „Islamische Republik Iran“, wie das Land offiziell heißt, ist autoritär und wird von den Mullahs (islamischen Geistlichen) geführt. Der Islam hat einen sehr hohen Stellenwert und die politische Opposition, sowie andere Freiheiten werden stark eingeschränkt. Im Iran finden zwar Wahlen statt, doch auch diese werden kontrolliert und gelten nicht als frei.
Doch die Proteste drehen sich nicht nur um Personen innerhalb des Irans. Immer wieder wird ein Name genannt: Reza Pahlavi, ein Mann, der im Exil in den USA lebt. Aber was hat ein Mann aus den USA denn mit dem Iran zu tun? Nun, Reza Pahlavi ist nicht irgendein Iraner, sondern der Sohn des ehemaligen Schahs.
Was ist der Schah?
Von 1925 bis 1979 war der Iran tatsächlich ein Monarchie, d.h. es regierte ein Schah, also König. Diese Monarchie war durchaus nicht unumstritten. Sie war autoritär, die Opposition wurde unterdrückt und es wurden regelmäßig die Menschenrechte verletzt. Es gab aber auch viele Reformen: Die Frauen erhielten das passive und aktive Wahlrecht und es gab eine Landreform als Unterstützung für kleine Bauern.
Wie geht es jetzt weiter im Iran? Gibt es einen Regierungswechsel oder ändert sich vielleicht sogar die gesamte Staatsform?
Dass es wirklich zu einem Regierungswechsel kommt, halten Experten momentan für eher unwahrscheinlich. Zu unterschiedlich sind die Interessen und Ziele der Gruppen, die protestieren. Doch in einem sind sie sich alle einig: so kann es nicht weitergehen.
Geht es aber als Monarchie weiter? Ebenfalls schwierig zu sagen. Reza Pahlavi könnte zwar viel in der aktuellen Lage bewirken, aber er hat keine konkreten Projekte, bisher ist er „nur“ Sohn des letzten Schahs.
Was allerdings klar ist, ist das Leid der Bevölkerung. Die Organisation Iran Human Rights spricht von bisher etwa 3400 Toten und von mehreren Tausenden Festgenommenen. Doch die Dunkelziffer ist viel höher. Das ist sicher. Denn das Land ist seit vier Tagen vom Internet abgeschnitten. Die Regierung begründete das Abschalten u.a damit, dass das Ausland die iranische Bevölkerung negativ beeinflussen würde.
Vieles ist also unklar über die aktuelle Situation. Nur weniges, was gesichert der Wahrheit entspricht, dringt nach außen. Und wie es bereits bei den letzten Protesten vor drei Jahren der Fall war, hoffen Menschen auf der ganzen Welt auf eine Ende der Gewalt und Frieden im Iran.







Schreibe einen Kommentar